Kontrastmittelmammographie

Die herkömmliche Mammographie ist das am weitesten verbreitete Verfahren zur Diagnostik von Brustkrebs. Es gibt jedoch mittlerweile zwei Verfahren, die der klassischen Mammographie allein überlegen sind: Die Tomosynthese- und die Kontrastmittelmammographie.
Die Mammographie, so unverzichtbar sie auch ist, hat durch die Art der Aufnahme nämlich zwei große Schwächen: zum einen sind die Kontraste zwischen Drüsengewebe und Tumoren in der herkömmlichen Mammographie schwach. Daher ist in der Mammographie manches veränderte Gewebe nicht von normalem Drüsengewebe zu trennen. Auf der anderen Seite zeigt diese zweidimensionale Darstellung das komplette Gewebe auf einer Ebene. Durch die Überlagerung der verschiedenen Gewebestrukturen kann man bestimmte Veränderungen nicht erkennen. So kommt es, dass selbst erfahrene Diagnostiker mindestens 25% aller Tumore der Brust verfahrensbedingt in der Mammographie allein nicht finden können.
Für beide Probleme gibt es technisch inzwischen Abhilfe: Die Tomosynthese und die Kontrastmittelmammographie, wobei wir Ihnen letztere im Folgenden näher vorstellen möchten.

Kontrastmittelmammographie – was ist das?

Die Tomosynthese als dreidimensionales Verfahren ist zwar in der Lage, Überlagerungen von Tumoren durch Drüsengewebe zu vermeiden. Leider reicht dies in einigen Fällen allein als Verbesserung zur herkömmlichen digitalen Mammographie jedoch nicht aus, um bösartige Tumore sichtbar zu machen. Manchmal ist nämlich der Kontrast des Tumors zum umliegenden Gewebe so gering, dass dieser durch das normale Drüsengewebe maskiert wird. Um die Kontraste zu erhöhen, kann man Kontrastmittelmammographien durchführen. Bei diesem Verfahren wird ein jodhaltiges Kontrastmittel gespritzt. Dieses reichert sich in bösartigen Tumoren an und kann über ein spezielles Röntgenverfahren („dual energy Röntgen“) sichtbar gemacht werden.

Kontrastmittelmammographie – wann sollte sie eingesetzt werden?

Trotz einer nur geringen zusätzlichen Strahlenexposition – sie entspricht in etwa einer dosisarmen, normalen Mammographie – wird die Kontrastmittelmammographie bisher fast ausschließlich bei Patientinnen eingesetzt, die bereits an Krebs erkrankt sind oder waren und bei denen andere strahlungsfreie Kontrastmittelverfahren (z.B. Kernspintomographie) nicht durchführbar sind. Alle bisherigen Ergebnisse von Studien zur Kontrastmittelmammographie zeigen, dass das Verfahren der MRT (Kernspintomographie) mit gleichzeitiger Beurteilung einer normalen Mammographie ungefähr gleichwertig ist. Mit allen Kontrastmittelverfahren können neue Blutgefäße (sog. „Neoangiogenese“), die auf einen Tumor hindeuten und weiteres bösartiges Gewebe, gefunden und deutlich genauer abgegrenzt werden.

Kontrastmittelmammographie – wie läuft die Untersuchung ab?

Für die Kontrastmittelmammographie ist es notwendig, einen venösen Zugang zu legen. Anschließend wird über diesen Zugang das Kontrastmittel mithilfe eine Kontrastmittelpumpe in die Vene gespritzt. Innerhalb der nächsten Minuten wird dann eine Untersuchung durchgeführt, die sich für die Patientin nicht wesentlich von einer herkömmlichen Mammographie unterscheidet. Dabei werden Aufnahmen in sogenannter „dual-energy-Technik“ von der Brust durchgeführt. Eine Kompression ist bei der Untersuchung wie in der herkömmlichen digitalen Mammographie notwendig. Das Ergebnis ist direkt nach der Untersuchung einsehbar und kann im Anschluss an die Untersuchung sofort mitgeteilt werden.

Kontrastmittelmammographie – kann das gefährlich sein?

Das für die Kontrastmittelmammographie eingesetzte Kontrastmittel ist das am häufigsten und am besten erprobte Kontrastmittel in der Radiologie überhaupt. Das Mittel enthält viel Jod. Jod ist eigentlich keine gefährliche Substanz (in der richtigen Dosierung sogar äußerst gesund), kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auch zu Problemen führen. So wird das jodhaltige Mittel sehr schnell über die Nieren wieder ausgeschieden.
Liegt jedoch ein Nierenschaden bei einem Patienten vor, kann die zusätzliche Aufgabe der Jodausscheidung für die Niere ein Problem darstellen und einen bestehenden Nierenschaden unter Umständen verschlimmern. Darüber hinaus wird Jod von der Schilddrüse aufgenommen. Wenn eine starke Überfunktion der Schilddrüse vorliegt, kann die zusätzliche Jodaufnahme zur Ausschüttung von vielen Schilddrüsenhormonen auf einen Schlag führen, was wiederum zu Problemen führen kann.
Die mit Abstand gefährlichste Reaktion auf das jodhaltige Kontrastmittel ist jedoch eine Allergie, die in sehr seltenen Fällen vorliegen kann. Eine Allergie kann leichteren Symptomen wie Hautrötungen oder Übelkeit führen, im Extremfall kann eine Allergie jedoch auch zum Herz-Kreislauf-Versagen bzw. zum sogenannten „Schock“ führen. Eine Überwachung der Patientin während und nach der Kontrastmittelmammographie ist daher notwendig, um schwerwiegendere Komplikationen durch geeignetes schnelles Eingreifen zu vermeiden.

Kontrastmittelmammographie – wie bekomme ich einen Termin?

Eine kurzfristige Terminvergabe für eine Kontrastmittelmammographie kann unter der Telefonnummer 0421/347 1550, per Faxanfrage unter 0421/347 1551 oder per E-Mail (radiologie(at)sjs-bremen.de) erfolgen.

Im St. Joseph-Stift in Bremen liegt leider keine kassenärztliche Abrechnungsgenehmigung für das Verfahren vor (ist beantragt), so dass zurzeit nur Privatpatienten, selbstzahlende Patienten oder Patienten mit einer Kostenübernahmeerklärung ihrer Krankenkasse ambulant untersucht werden können.

Für einen ambulanten Termin zur Kontrastmittelmammographie sollte falls irgend möglich ein aktueller Nierenwert und Schilddrüsenwerte mitgebracht werden.