Intensivtransport

Die Aufgabe einer flächendeckenden medizinischen Versorgung erfordert ein geschlossenes Konzept zum Krankentransport und Rettungsdienst durch Boden- und Luftfahrzeuge. Insbesondere muss in der heutigen Krankenhauslandschaft eine effiziente Vernetzung der Kliniken der Grund- und Regelversorgung mit den diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten von Krankenhäusern der Maximalversorgung oder Spezialkliniken gewährleistet sein. Der Intensiv-Transport-Wagen (ITW) schließt die Versorgungslücke zwischen zwei Intensivstationen oder einem Interventionszentrum (z.B. Herzkatheterlabor). Die zunehmende Spezialisierung und Zentralisierung bestimmter Krankenhausleistungen machen immer häufiger arztbegleitete Sekundärtransporte von intensivpflichtigen Patienten aus mehreren Gründen erforderlich. Zum einen sollen die Transporte von Intensivpatienten auf einem hohen medizinischen Niveau erfolgen. Zum anderen wird der reguläre Rettungsdienst entlastet – Notärzte und Rettungswagen stehen damit verstärkt für die primäre Notfallversorgung zur Verfügung. Die mehrstündige Blockierung von arztbesetzten primären Rettungsmitteln wird vermieden. 

Der ITW am St. Joseph-Stift

Der ITW am Krankenhaus St. Joseph-Stift wurde erstmalig im Februar 2009 in Dienst gestellt und ist werktags von 7:00-19:00 Uhr an der DRK-Rettungswache am St. Joseph-Stift einsatzbereit. Die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin stellt das ärztliche Personal. Diese Ärzte sind Notfallmediziner, verfügen über eine mindestens 6-monatige Ausbildung auf der operativen Intensivstation der Klinik und über die Zusatzqualifikation Intensivtransport (DIVI). Das Fahrzeug ist weiterhin mit zwei Rettungsassistenten (Zusatzqualifikation Intensivmedizin) der Berufsfeuerwehr www.feuerwehr-bremen.org besetzt. Der Einsatzbereich umfasst das Land Bremen, die Landkreise Diepholz, Rotenburg, Verden und Osterholz. Zur Hauptaufgabe zählt die sekundäre notfallmedizinische Versorgung von Intensivpatienten, jedoch bei Auslastung der anderen Notarztstandorte in Bremen wird der ITW auch als Notarztwagen (NAW) für die primäre Notfallrettung eingesetzt.

Ausstattung

Der ITW verfügt über eine umfangreiche Ausstattung. Dazu gehören z. B. eine spezielle In-tensivtransporttrage, zwei Beatmungsgeräte (Oxylog 3000 und Evita 4 Dura) für eine differenzierte Beatmungstherapie, sechs Spritzenpumpen, einen Corpuls C3 für die Überwachung der Vitalfunktionen und über größere Sauerstoff- und Druckluftvorräte als bei herkömmlichen Rettungswagen.

Auf den Rettungswachen bzw. in Kliniken stehen zusätzlich Transportinkubatoren bereit, die zur Verlegung kritisch kranker Neugeborener genutzt werden können. Außerdem ist es bei diesen Fahrzeugen möglich, spezielle intensivmedizinische Geräte während des Transportes weiter zu betreiben, um dem Patienten eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Dies wären beispielsweise eine Intraaortale Ballonpumpe (IABP) oder eine Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO).

Der Interhospitaltransfer von Intensivpatienten als Aufgabe des Rettungsdienstes stellt besondere Anforderungen an Personal und Ausstattung. Die kontinuierliche Fortführung der begonnenen Intensivtherapie auf hohem Niveau wird dadurch ermöglicht und Behandlungserfolg nicht gefährdet.